Andreas Mally-Geißbauer unterrichtet die Abhyanga, „die große Ölung“, bewusst als europäische Hotelvariante: statt eines ärztlich gemischten Öls aus 300 bis 400 Ölen ein einziges Öl und eine feste Griff-Choreografie. Praxisanteil rund 90 Prozent.
Geeignet für alle, die eine der schönsten Wellnessmassagen erlernen wollen.
Allgemeine Vorkenntnisse bzw. Grundkenntnisse in Massage sind von Vorteil, aber nicht erforderlich.
Die Choreografie der Abhyanga wirkt von außen wie eine Schleife aus wenigen Bewegungen. Andreas Mally-Geißbauer nennt den Grund dafür: Die permanenten Wiederholungen „dienen vom Grunde her dazu, das Öl bzw. die Wirkstoffe des Öls in die Haut, in den Körper einzumassieren“. Daraus folgt auch das Tempo – „je langsamer ihr bei der Ayurveda arbeitet, umso schöner ist es“. Und daraus die Terminplanung: Fünf bis sechs Wiederholungen je Griffvariation ergeben in seinem Tempo eine Stunde, acht bis zehn füllen 90 Minuten. Die Dauer steuern Sie also über die Zahl der Runden, nicht über zusätzliche Griffe.
Der Kurs dosiert den Druck nach Körperregion, statt pauschal „sanft“ zu sagen. An den Knöchel-, Knie- und Schulterkreisungen arbeitet der Dozent bewusst mit wenig Druck, an Wade, hinterem Oberschenkel und Gesäß darf es deutlich mehr sein: „Es darf ja auch ein bisschen was gespürt werden. Es sollen ja nicht nur Streicheleinheiten sein.“ Auch das Einölen zählt für ihn schon zur Behandlung – „nicht einfach das Öl so lieblos drauf klatschen“, sondern in kreisenden Bewegungen verteilen und nachgeben, wenn es wegzieht. Praktischer Nebeneffekt der europäischen Variante: Weil hier, anders als bei der ursprünglichen Abhyanga, „wo die Leute mit Öl übergossen werden“, relativ wenig Öl zum Einsatz kommt, genügt ein einfaches Frottelaken – ein ölresistentes braucht es nicht.
Womit die Massage endet, machen Sie mit dem Gast aus, bevor sie beginnt: entweder eine einfache Fußmassage, die nicht ayurveda-spezifisch sein muss, oder eine Kopf- und Gesichtsmassage – Letztere ist in diesem Kurs nicht enthalten. Danach Nachruhe, ein Getränk, eine warme Kompresse gegen das überschüssige Öl. Bemerkenswert offen ist der Dozent gegenüber Einsteigern: Die Bewegungen seien weich und fließend, „man kann hier nichts kaputt machen“, und wenn einmal ein Griff fehle, sei das „überhaupt kein Thema“ – der Gast wisse ohnehin nicht, was ihn erwartet. Dazu seine realistische Einschätzung zum Üben: „Ab der 25. Massage wird es dann richtig gut.“