Ein harmlos wirkender Tag – Salamibrötchen, Salat, Pizza – bringt schon 2.800 Kilokalorien. Klaus Brüggemann zeigt die drei Faktoren, auf die es ankommt: Insulinpausen, Energiebilanz und Puls. Denn Bodyforming ist 30 Prozent Sport und 70 Prozent Ernährung.
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Der Satz, auf den Klaus Brüggemann seinen Ernährungsteil zuspitzt, lautet: „Wir essen nicht vorrangig zu viel, sondern wir essen einfach zu oft.“ Dahinter steht das Insulin – schüttet der Körper welches aus, hemmt er nach Brüggemanns Darstellung „zu 70, 80, 90 Prozent den Abbau von Fettzellen“. Deshalb sind es die Kleinigkeiten, die stören, und nicht die Hauptmahlzeit: der Keks zum Kaffee, der Schokoriegel, das Stück Obst zwischendurch. Beim Obst liefert er die Begründung mit: Fruchtzucker werde „in der Leber zu 98, 99 Prozent zu Fett verstoffwechselt“. Er erzählt dazu vom eigenen Obstteller auf dem Schreibtisch, von dem er sich stündlich bediente – „man hat sich immer gewundert, dass man nicht abnimmt“. Umgekehrt räumt er mit einer beliebten Regel auf: Ob Sie ab 18 Uhr nichts mehr essen, „spielt absolut keine Rolle“ für die Energiebilanz.
Wie sehr es auf die Bilanz und nicht auf Verbote ankommt, macht er mit einem bewusst überzogenen Beispiel klar: Wer 2.000 Kilokalorien am Tag verbraucht, könnte diese 2.000 drei Tage lang in Form von Vollmilchschokolade zu sich nehmen – „Sie nehmen nicht zu“, solange die Bilanz stimmt. Die Einschränkung hängt er selbst dran, Verdauung und Haut, „andere Dinge braucht kein Mensch“. Passend dazu seine Beichte: zweimal die Woche eine Tüte Chips, einmal die Woche eine Tafel Schokolade, fast jeden Abend ein Glas Wein. Sein Ausgleich heißt Kompensation – „dann lassen Sie am nächsten Tag einfach mal ein Mittagessen weg“.
Beim Cardiotraining widerspricht er dem Reflex, schneller zu laufen. Er verweist auf einen Test im Kölner Stadtpark: 82 Prozent der befragten Jogger lagen im anaeroben Bereich. In die Fettverbrennung komme man ab rund 100 Pulsschlägen, die Fettschwelle liege im Durchschnitt „irgendwo bei 135 Pulsschlägen“ – also „lieber langsamer laufen“. Wer keine Pulsuhr trägt, zählt 15 Sekunden und rechnet mal vier. Der Rahmen, in den er das alles stellt, ist erfreulich unaufgeregt: Wer gern isst, gern trinkt und zu seiner Figur steht, hört von ihm kein Wort der Kritik – „kann ich gut mit leben. Entscheidend ist immer nur, dass man sich selber nichts vormacht.“
Langjährige Managementerfahrung u. a. im Profisport. Zertifizierter Burnout-Berater, Mental- und Personaltrainer. Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement und Buchautor.