Martin Schöller zeigt die Dorn-Methode Schritt für Schritt: erst die Gelenke, dann die Wirbelsäule. Sein wichtigster Hinweis: Es geht um Millimeter, ein Knacken muss man dabei nicht hören. Für die berufliche Anwendung ist in Deutschland eine Heilerlaubnis nötig.
Für die berufliche Anwendung der Dorn-Methode ist eine Heilerlaubnis erforderlich (z. B. als Heilpraktiker oder Physiotherapeut). Ohne Heilerlaubnis darf die Methode nicht beruflich angewendet werden.
Die Dorn-Methode stand bei Medios früher im Präsenzprogramm. Warum sie herausgenommen wurde, erklärt der Geschäftsführer im Vorgespräch offen vor der Kamera: In Deutschland gelte die Methode als „eine therapeutische Behandlung", die „nur von einem Arzt oder Heilpraktiker gegeben werden darf". Da die meisten Kursteilnehmer weder das eine noch das andere sind, und da jeder Medios-Kurs so angelegt sein soll, dass man das Gelernte anschließend „als gewerbliche Massage anbieten" kann, passte Dorn nicht mehr ins Programm. Für dieses Video gilt dieselbe Linie: „lernen darf es in Deutschland zwar jeder, aber nur dann im Privaten praktizieren". Es ist deshalb kein Weg zu einem eigenen Angebot, sondern die Gelegenheit, eine viel besprochene Methode einmal vollständig und ungefiltert erklärt zu bekommen.
Die zieht Martin Schöller selbst. Die Chiropraktik „agiert meistens ruckartig", und die kleinen Bänder zwischen den Wirbelkörpern „werden gerne auch ein bisschen strapaziert, was in der Dornbehandlung halt eben nicht der Fall ist". Bei Dorn kommt die Bewegung vom Kunden: Das Bein schwingt für die Lendenwirbelsäule, beide Arme schwingen für die Brustwirbelsäule, der Kopf zeichnet für die Halswirbelsäule eine liegende Acht. Der Daumen liegt dabei nur am Dornfortsatz an und gibt bei jedem Schwung nach hinten einen leichten Impuls. „Da muss man nicht mit viel Gewalt arbeiten."
Bemerkenswert ist, wie zurückhaltend Schöller über Ergebnisse spricht. Die Beinlängendifferenz wird zu Beginn über die Flucht der gestreckten Beine geprüft und nach dem Einrichten der Gelenke noch einmal kontrolliert – aber er nennt das ausdrücklich „ein Phänomen, was nicht ewig hält", und gibt deshalb Selbstübungen mit, die morgens vor dem Aufstehen im Bett funktionieren. Beim Handgelenk mahnt er zur Vorsicht, „gerade wenn jemand sehr hypermobil ist, also eine sehr große Beweglichkeit hat, dass man nicht zu weit rückt".
Am Ende stehen die Grenzen, und da wird Schöller deutlich. Ein frischer Bandscheibenvorfall und entzündliche Vorgänge in der Wirbelsäule: „darf man auf gar keinen Fall behandeln." Dass mit einem frischen Bandscheibenvorfall ohnehin kaum jemand käme, lässt er als Argument nicht gelten – „fragen sollte man das auf jeden Fall immer". Alles Weitere richtet sich nach den Kontraindikationen, „die wir auch bei unseren klassischen Massagen haben".