Christine Schmid zeigt die Maderotherapie so, wie sie sie in ihrer Praxis am Tegernsee arbeitet – von der Walzenauswahl bis zur Vacuslim-Anwendung. Ihr deutlichster Rat an die Teilnehmer: niemals ein Heilversprechen abgeben, auch nicht auf der eigenen Internetseite.
Geeignet für alle, die Freude daran haben, eine effektive kosmetische Behandlung zu erlernen.
Der deutlichste Rat der Dozentin betrifft nicht die Behandlung, sondern das, was Sie darüber sagen. Christine Schmid gibt eine konkrete Sprachregel mit: „bitte nie sagen, wir verschwinden die, sondern immer sagen, sie können oder sie wären leichter“. Der Grund ist handfest: „bitte niemals irgendwo, auch nicht auf eurer Internetseite, irgendein Heilversprechen abgeben“, sonst werde man „festgenagelt“ – es gebe „Spezialisten, die nichts anderes machen, als den ganzen Tag das Internet zu durchforschen, wo sie solche Sachen finden“. In dieselbe Richtung geht ihr Umgang mit Auffälligkeiten am Körper: Wer beim Arbeiten ein Muttermal sieht, „das irgendwie nicht schön aussieht“, macht den Kunden darauf aufmerksam und schickt ihn zum Hautarzt.
Die Walze locker zu halten ist kein Stilhinweis, sondern Selbstschutz: „nichts verkrampfen, weil das tut einem selber weh in den Armen.“ Dasselbe gilt für die Haltung – die Liege auf die richtige Höhe bringen, mit den Bewegungen mitgehen, „weil sonst geht man anschließend heim und hat einen kaputten Rücken“. Vor dem ersten Walzen steht das Ertasten: erst mit den Händen prüfen, „wie tief sitzen die Knochen“, statt einfach loszuwalzen. Und wenn die Glocke anfangs nicht ansaugt, hilft ein simpler Trick: „einfach die Glocke mal drehen“ und schauen, wie sie sich dann verhält.
Christine Schmid spricht während der ganzen Behandlung mit dem Kunden – nicht aus Höflichkeit, sondern weil Erklären Vertrauen schafft und der Kunde sonst denkt: „huch, was passiert jetzt mit mir?“ Weil jeder ein anderes Schmerzempfinden hat, fragt sie durchgehend nach: „Wir sind hier nicht in der Folterkammer. Die Gerätschaften sehen zwar ein bisschen danach aus.“ Bei Krampfadern bleibt es bei der konservativen Regel des Skripts – wer sicher gehen will, „sollte es ganz weglassen“; schwillt etwas an, „einfach den Part auslassen“. Zum Preis rät sie, eher hoch anzusetzen und später ein Extra draufzulegen, statt billig zu starten und nachzuziehen: „Das kommt bei den Kunden nie gut an.“ Ihr eigenes Vorgehen versteht sie ausdrücklich nicht als Dogma: „Das ist mal das Grundkonzept und entwickelt es für euch.“